Auf dieser Seite erfahren Sie, was sie als Hobbyastronom erwartet, was Sie zur Beobachtung des Sternhimmels benötigen und was nicht.
Aber zuvor ein Hinweis, den sie bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit ernst nehmen sollten !
Allein mit diesem Kapitel könnte man mehrere Bücher füllen. Daher werden die einzelnen Objekte hier nur kurz angesprochen und mit einem Hinweis versehen, welches Gerät Sie zur Beobachtung benötigen.
Jeder kennt unseren Erdenmond und hat ihn sicher bereits viele Male eingehend betrachtet. Mit dem bloßen Auge kann man jedoch schon einige Dinge beobachten, wie z.B. die einzelnen Phasen bei zunehmendem und abnehmendem Mond. Sich im Klaren zu werden, warum der Mond von rechts her zunimmt und dann nach links hin wieder abnimmt ist schon eine kleine astronomische Erkenntnis.
Ein Fernglas zeigt bereits deutlich die Form und Struktur der "Mare". Das sind die dunkleren Gebiete auf der Mondoberfläche. Auch sind bereits einige der größeren Krater gut zu erkennen.
Schon mit einem kleinen Teleskop können Sie den Mond regelrecht erforschen. Alle wesentlichen Details wie Mare, Krater, Gebirge und Gräben sind zu erkennen. Bei höherer Vegrößerung können sie Schattenwürfe von Bergen erkennen und mit ein bisschen Geduld und Glück kann man an der Hell-/Dunkelgrenze vielleicht sogar sehen, wie eine Bergspitze plötzlich vom Sonnenlicht bestrahlt wird und aufleuchtet.
Bis August 2006 bestand unser Sonnensystem aus neun Planeten.
Am 24. August 2006 wurde von der IAU (Internationale Astronomische Union) die Neufassung des Begriffs Planet beschlossen. Der bisherige Planet Pluto ist nun ein Zwergplanet mit der Bezeichnung (134340) Pluto, und somit gehören zu unserem heutigen Sonnensystem acht Planeten.
Die Stellung der Planeten verändert sich fortwährend. Um die Planeten ausfindig zu machen, sollte man sich in einer Buchhandlung ein "Jahrbuch des Sternhimmels" besorgen. Zu einem geringen Preis kann dieses Jahrbuch außerdem einen guten Einstieg in die Astronomie vermitteln. Wenn man erst ein wenig Erfahrung gesammelt hat und die Sternbilder kennt, sind die Planeten auch ohne Jahrbuch zu finden.
Die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn können mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Hierbei beschränkt sich die Beobachtung jedoch auf das Auffinden und Verfolgen der Bewegung der Planeten vor dem Sternenhintergrund. Mit einem kleinen bis mittleren Teleskop können hier schon interessante Beobachtung gemacht werden.
Merkur und Venus zeigen, wie bei unserem Erdenmond auch, zu- und abnehmende Phasen. Mars zeigt seine rötliche Farbe und bei höherer Vergrößerung und ruhiger Luft können Schattierungen auf der Oberfläche sowie die vereisten Polkappen beobachtet werden.
Jupiter und Saturn sind aufgrund ihrer Größe die interessantesten Objekte für die Beobachtung mit einem kleinen bis mittleren Teleskop. Jupiter zeigt seine typische bänderartige Struktur, die parallel zum Äquator verläft. Die vier Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind zu sehen. Hierbei ist es besonders interessant, die einzelnen Monde mit Hilfe eines Jahrbuches zu identifizieren. Ein besonderes Erlebniss ist der Ein- und Austritt eines der Monde in bzw. aus dem Jupiterschatten. Ähnliche Beobachtungen können auch bei Saturn gemacht werden. Seine Besonderheit ist allerdings der bekannte "Saturnring". Allerdings ist die "Cassinische Teilung", eine Lücke von ca. 3.570 km im Ring, erst mit Teleskopen mittlerer Größe zu erkennen.
Uranus und Neptun sind nur mit Hilfe eines Jahrbuches oder eines entsprechenden Kalenders im Internet aufzufinden. Sie stellen sich aufgrund ihrer großen Entfernung nur als kleines Scheibchen mit grünlicher (Uranus) bzw. blassbläulicher (Neptun) Farbe dar.
Kometen wurden im Sternenglauben des Altertums als unheilbringend angesehen, da sie mit ihren langen Schweifen unerwartet am Himmel erschienen. Kometenberichte reichen bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurück. Zwischen den Jahren -2315 und 1963 sind über 1700 Kometenentdeckungen verzeichnet, nur wenige sind zweifelhaft. Nach Einführung der Astrophotografie stieg die Anzahl der Entdeckungen sprunghaft an. Im jährlichen Mittel werden heute ca. 20-30 neue Komenten entdeckt.
Kometen können selten mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Im März/April 1997 war der Komet "Hale-Bopp" von Mitteleuropa aus in voller Pracht zu sehen. Leider kann er erst wieder in 2400 Jahren beobachtet werden.
In ländlichen Regionen mit geringer Lichtverschmutzung, konnte in der Zeit um den 24. Februar 2009 der Komet "C/2007 N3" ("Lulin") mit bloßem Auge beobachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt stand er im Sternbild Löwe und näherte sich der Erde bis auf 61 Millionen km. Schon mit einem kleinen Fernglas war er leicht zu identifizieren.
Mit Hilfe verschiedener Kalender im Internet kann man sich über die beobachtbaren Kometen informieren. Das Anwenden dieser Informationen braucht jedoch etwas Übung und das Auffinden mit dem Fernglas oder Teleskop oft sehr viel Zeit. Hier gilt: "Nur nicht verzweifeln". Je nach Entwicklung des Kometen kann dann der Kern, die Koma und der Schweif beobachtet werden.
Die "Milchstraße" ist die Galaxie, in der sich unser Sonnensystem befindet. In einer dunklen Sommernacht ist sie als matt schimmerndes Band quer über den gesamten Himmel zu sehen.
Innerhalb unserer Milchstraße sind viele Objekte zu beobachten, für deren Beobachtung der Begriff "Deepsky" (tief in den Himmel) geprägt wurde. Hierfür ist ein Fernglas oder Teleskop notwendig, einige Objekte lassen sich aber auch mit dem bloßen Auge beobachten.
Zwei nahe beieinander befindliche Sterne werden "Doppelstern" genannt. Hierbei kann es sich um "optische Doppelsterne" oder "physikalische Doppelsterne" handeln. Erstere stehen bei der Beobachtung von der Erde aus in gleicher Richtung, aber in völlig verschiedener Entfernung und haben tatsächlich nichts miteinander zu tun. Letztere stehen räumlich so nahe beieinander, dass sie sich aufgrund ihrer Schwerkraft gegenseitig anziehen und umkreisen.
Besonders interessant ist hierbei die Beobachtung von möglichst dicht zusammenstehenden Sternenpaaren. Je nach Größe des verwendeten Teleskops können manche nicht optisch getrennt werden und erscheinen als ein Stern. Das eigene Gerät hierbei bis an die Grenze des Möglichen zu bringen, macht den Reiz aus.
Einige Doppelsterne bieten auch einen sehr schön anzusehenden Farbkontrast. In manchen Fällen ist es gerade der schwache Farbkontrast, den es richtig zu erkennen gilt.
Es gibt Sterne, die sich in ihrer beobachteten Helligkeit verändern. Dies mag zuerst verwunderlich erscheinen, ist aber durchaus einfach zu erklären. Unsere Sonne zeigt dieses Verhalten (zum Glück) nicht.
Doppelsterne, die sich umkreisen und, von der Erde aus betrachtet, gegenseitig bedecken zeigen dieses Verhalten. Sie sind optisch nicht voneinander zu trennen und erscheinen als ein Stern. Stehen sie nebeneinander zeigen sie ihr Helligkeitsmaximum, stehen sie hintereinander sieht man ihr Helligkeitsminimum.
Andere Sterne wiederum pulsieren, werden also regelmäßig größer und wieder kleiner, und verändern so ihre Helligkeit.
Sterne dieser Art können mit jeder Art von Gerät, also auch dem bloßen Auge, beobachtet werden.
Das Schätzen ihrer momentanen Helligkeit anhand von nichtveränderlichen Vergleichssternen in der Umgebung ist schon eine richtige Aufgabe für einen Amateurastronomen.
Doppel und Mehrfachsterne sind keine Seltenheit. Bei einer Anzahl von 10 bis einigen tausend Sternen spricht man dann von einem offenen Sternhaufen.
Das bekannteste Beispiel sind sicher die "Plejaden" im Sternbild Stier, auch Siebengestirn genannt.
Bei normalen Sichtbarkeitsbedingungen sind 6 Sterne mit dem bloßen Auge erkennbar. Unter einem klaren, dunklen Himmel sind 11 Sterne zu sehen. Wie auf dem Bild zu erkennen, sind die Sterne in einen Nebel eingebettet. Dieser Nebel leuchtet nur in der Umgebung der Sterne in einem blauen Farbton, da er von diesen angestrahlt wird. Es handelt sich also um einen Reflektionsnebel. Diese Nebel sind allerdings weder mit dem bloßen Auge, noch mit einem kleinen oder mittleren Teleskop sichtbar.
Der offene Sternhaufen Praesepe im Sternbild Krebs ist mit dem bloßen Auge nur noch als nebliges Fleckchen zu erkennen.
Hier beginnt das Betätigungsfeld der kleinen Teleskope. Der beginnende Amateurastronom kann hierbei alle Arbeitsschritte erlernen, die auch der fortgeschrittene Amateur bei der Beobachtung erledigen muss.
Zuerst muss anhand einer Sternenkarte ein geeignetes Objekt herausgesucht werden. Dazu ist es nötig, die Sternbilder zu kennen und am nächtlichen Himmel auffinden zu können. Als nächstes sucht man sich dann einen Stern in der Nähe des zu beobachtenden Sternhaufens, der noch mit dem freien Auge zu erkennen ist. Das Sucherfernrohr des Teleskops wird nun auf diesen Stern ausgerichtet. Von dort aus schwenkt man dann das Teleskop in die Richtung, in der der Sternhaufen vermutet wird. Viele der offenen Sternhaufen sind dann schon im Sucherfernrohr als nebliges Fleckchen zu erkennen. Beim Blick durch das Okular sind dann schon die Einzelsterne des Haufens zu erkennen.
Man kann sich dann z.B. die Aufgabe stellen, die sichtbaren Sterne des Haufens zu zählen und mit den Angaben in einem entsprechenden Katalog zu vergleichen.
Unter einem Nebel versteht man in der Astronomie interstellare Wolken aus Staub und Gas, die in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, da die Art des Leuchtens auf unterschiedliche Weise entsteht.
Emissionsnebel werden durch das Licht anderer Sterne angeregt und leuchten dann selbst.
Reflexionsnebel reflektieren das Licht naher Sterne, wodurch sie sichtbar werden.
"Planetarische Nebel" bestehen aus der abgestoßenen Gashülle eines Sterns und werden von dem im Zentrum befindlichen Rest dieses Sterns zum Leuchten angeregt.
Supernovaüberreste sind Nebel, die von einer Supernova (ein zum Ende seiner Lebensspanne explodierter Stern) fortgeschleudert werden und durch das Auftreffen auf die interstellare Materie zum Leuchten angeregt werden.
Dunkelwolken absorbieren das Licht dahinterliegender Sterne.
Mit dem bloßen Auge ist hier leider nicht viel zu machen. Einzige Ausnahme in einer klaren Nacht ist der Orionnebel im Sternbild Orion. Dies ist eindeutig das Arbeitsfeld der mittleren bis großen Teleskope.
Zur Beobachtung mit dem bloßen Auge benötigt man nichts weiter als einen klaren Himmel.
Lichtschwächere Objekte können jedoch nur abseits der großen Städte in ländlichen Regionen gesehen werden, da die Lichtverschmutzung (ja auch das gibt es) den Himmelshintergrund zu stark aufhellt.
Um bei längerer Beobachtung den Nacken zu entlassten, empfiehlt sich die Verwendung eines Liegestuhls oder einer Camping-Liegematte.
Im Grunde beginnt jede Laufbahn eines Hobbyastronomen auf diese Weise. Man muss zuerst etwas Ordnung in das Chaos am Himmel bringen.
Der Himmel wird seit alters her in "Sternbilder" unterteilt. Diese sollte man kennen, wenn man sich am Himmel orientieren will. Dazu benötigt man nichts weiter als eine "Drehbare Sternkarte".
Ein solche drehbare Sternkarte bekommt man im Handel in verschiedenen Ausführungen für einen sehr überschaubaren Preis.
Die Karte besteht aus einem festen Teil, an dessen äußerem Rand das Datum in Form eines Jahreskalenders aufgedruckt ist. Auf diesem Teil der Karte ist außerdem der für unsere geografische Breite sichtbare Sternhimmel abgebildet. Am äußeren Rand des beweglichen inneren Teils befindet sich die Uhrzeit in 24 Stunden Teilung.
Nun dreht man den inneren Teil solange, bis sich das heutige Datum und die aktuelle Uhrzeit genau gegenüber stehen. Der Ausschnitt des beweglichen Teils zeigt dann den Bereich des Sternenhimmels, der zum eingestellten Datum und der Uhrzeit über unserem Kopf zu sehen ist.
Zusätzlich ist der Ausschnitt mit Markierungen für Nord, Süd, Ost und West versehen. Die Niete in der Mitte, die den festen und beweglichen Teil der Karte miteinander verbindet, symbolisiert den Polarstern.
Zur leichteren Orientierung kann man am Anfang die Karte über den Kopf halten und dabei darauf achten, dass die Markierungen der Himmelsrichtung auf der Karte, mit den tatsächlichen Himmelsrichtungen am Beobachtungsplatz übereinstimmen.
Beim Auffinden der Sternbilder muss man darauf achten, dass diese am Himmel viel größer sind, als es auf der Sternkarte zunächst erscheint.
Ebenso interessant ist mit dem bloßen Auge den Lauf der Planeten zu beobachten. Hierfür kommen Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn in Frage.
Zunächst muss festgestellt werden, welche Planten am Beobachtungstag überhaupt zu sehen sind und wo sie sich befinden. Dazu gibt es im Buchhandel sogenannte "Astronomische Jahrbücher".
Man sollte als Anfänger eher zu einer Ausgabe mit vielen Abbildungen greifen, ohne umfangreiche Tabellenwerke. In diesen Jahrbüchern gibt es am Anfang meist eine kurze Einführung in das Thema Astronomie und anschließend für jeden Monat eine Beschreibung der lohnenden Beobachtungen. Dabei sind die Auf- und Untergangszeiten der Sonne und des Mondes sowie der Planeten enthalten, sofern welche in diesem Monat zu sehen sind.
Weiterhin sind besondere Ereignisse, wie z.B. Sonnen- und Mondfinsternisse oder sogar ein mit bloßem Auge sichtbarer Komet, aufgeführt.
Es gibt also für den angehenden Amateurastronomen auch ohne Gerätschaften einiges zu tun.
Wer zum ersten Mal mit einem Fernglas den Sternenhimmel beobachtet wird erstaunt sein, wie viele Sterne gegenüber der Beobachtung mit dem bloßen Auge sichtbar werden.
Prinzipiell kann jedes handelsübliche Fernglas verwendet werden. Natürlich zeigt ein lichtstärkeres Fernglas mehr Details.
Zur Beurteilung eines Fernglases sind zuerst zwei Dinge wichtig. Die Vergrößerung und der Objektivdurchmesser. Diese Werte sind auf jedem Fernglas durch eine Einprägung wie "7x50" erkennbar (siehe Bild rechts). Hierbei bedeutet die "7" siebenfache Vergrößerung, alle Objekte erscheinen siebenmal so groß wie mit dem bloßen Auge. Die "50" gibt den Durchmesser der Linsen am vorderen Ende, also der Objektive, an. Je größer der Durchmesser dieser Linsen ist, um so mehr Licht kann das Fernglas einsammeln, um so heller erscheinen die Objekte.
Ferngläser gibt es in Preislagen von ca. 25€ bis 1500€. Bevor jedoch die Familienkasse restlos geplündert wird sollte man sich überlegen, ob nicht für den Anfang ein Gerät der unteren Preislage, bis 150€, ausreicht. Nicht selten entsteht nach kurzer Zeit der Wunsch doch lieber mit einem Teleskop zu beobachten. Trotzdem ist für Besitzer eines Teleskops ein Fernglas eine gute Ergänzung, z.B. beim Auffinden lichtschwächerer Objekte.
Für die astronomische Beobachtung sollte das Gerät einen Objektivdurchmesser von min. 50mm haben, also z.B. mit der Abgabe "7x50" oder "10x50" versehen sein. Mit 50mm können lichtschwächere Objekte erkannt werden. Wenn sie bereits ein Fernglas mit kleinerem Objektivdurchmesser besitzen, macht das allerdings auch nichts.
Ein besonders wichtiges Detail bei der Beurteilung der Qualität des Geräts betrifft die parallele Ausrichtung der optischen Achsen der beiden Fernglashälften. Gerade im unteren Preissegment ist dies nicht immer gegeben. Bei nicht exakter Ausrichtung sind Objekte in großer Entfernung doppelt zu sehen. Bei der astronomischen Beobachtung ist dieser Fehler weitaus störender als bei der Naturbeobachtung. Sie sollten ein neu gekauftes Fernglas sofort nach Erhalt am Sternhimmel testen und zurückgeben, wenn sie alles doppelt sehen.
Bei der Beobachtung mit dem Fernglas aus der freien Hand fällt schon nach kurzer Zeit ein störendes Zittern und Wackeln auf. Daher sollte bereits vor dem Kauf geprüft werden ob das Fernglas mit einem Stativadapter versehen werden kann oder sogar einen fest montierten besitzt. Wenn sie ein Stativ kaufen möchten, sollten sie sich für ein Stativ entscheiden, das speziell für die astronomische Beobachtung geeignet ist. Normale Kamerastative haben den Nachteil, dass es damit extrem unkomfortabel ist in Zenitnähe (also über dem Kopf) zu beobachten. Sie müssten sich unter das Stativ legen um hineinsehen zu können. Hier gibt es im astronomischen Fachhandel diverse Lösungen (z.B. mit Ausleger).
Den Wunsch ein eigenes Teleskop zu besitzen, wird sicher irgendwann jeder Amateurastronomen haben.
Je nach optischer Leistung des Geräts kann man hiermit so gut wie alle Objekte beobachten, die im Abschnitt "Was kann man am Sternhimmel beobachten" erwähnt wurden.
Die Auswahl an Geräten ist für den unerfahrenen Amateur unüberschaubar groß. Hier muss man genau überlegen, wieviel Geld man für sein erstes Teleskop ausgeben möchte. Diejenigen, die dem Hobby schließlich treu bleiben, werden sicher nach einiger Zeit auf ein anderes Gerät umsteigen, da sie mit ihrem ersten Teleskop genügend Erfahrungen gesammelt haben, um alle wichtigen Eigenschaften ihres nächsten Geräts beurteilen zu können.
Bevor Sie aber nun in das nächstbeste Geschäft stürzen und irgendein Teleskop kaufen, möchten wir Ihnen hier einige Dinge mit auf den Weg geben, damit Ihr erstes Teleskop nicht zu einer Enttäuschung wird.
Die gute Nachricht ist, dass Sie im astronomischen Fachhandel gute Geräte bereits in der Preisklasse zwischen 130-250 EUR bekommen. Natürlich gibt es auch in den Kaufhäusern, und immer mal wieder in den Supermarktketten, noch günstigere Angebote. Leider sind die Gerät von schlechter Qualität. Sie denken vielleicht: "Bei einem Preis von 50 EUR kann man doch nichts falsch machen". Doch, Sie können sich dieses wunderschöne Hobby von Anfang an kaputt machen, da Sie von Ihrem billigen Teleskop enttäuscht sein werden und die Lust verlieren.
Nicht, dass Sie denken, wir versuchen Sie zu einem professionellen Gerät zu verleiten. Da muss man an den oben genannten Betrag nochmal zwei Nullen dranhängen. Aber was macht denn nun ein gutes Gerät in der Einsteigerklasse aus ? Das sagen wir Ihnen jetzt.
Auf keinen Fall ist die Vergrößerung ein Qualitätsmerkmal !
Vielfach werden kleine Geräte mit einer utopischen 300 oder 600 fachen Vergrößerung beworben. Klar können diese Geräte solche
Vergrößerungen erreichen, aber Sie werden dann nicht mehr als irgendeinen schwach schimmernden Lichtklecks sehen, der mal ein Planet
gewesen sein soll. Die maximal erreichbare Vergrößerung eines Telekops, entspricht der 1,5 bis 2 fachen Öffnung (die Öffnung entspricht
ungefähr dem Durchmesser des Fernrohres). Bei höherer Vergrößerung wird zwar das Beobachtungsobjekt größer, aber die Bildqualität
sinkt drastisch.
Die Qualität der optischen Komponenten, wie z.B. der Linsen und Spiegel, lässt sich bei einem Gerät der Einsteigerklasse nicht beurteilen, da zumeist aussagekräftige Messwerte fehlen.
Wichtigstes Merkmal eines guten Geräts ist die Stabilität der Montierung und des Stativs.
Das beste Fernrohr nützt gar nichts, wenn es auf einer wackeligen Montierung befestigt ist. Selbst bei kleinsten Vergrößerungen
werden Sie keine Freude an der Beobachtung haben, wenn das beobachtete Objekt ständig wackelt. Gerade hierbei wird in der Herstellung beim
billigen Kaufhausfernrohr am meisten eingespart.
Die Ausrichtung des Fernrohrs muss feinfühlig einstellbar sein.
Wenn Sie am Himmel ein Objekt suchen oder der Bewegung des Sternhimmels folgen müssen, muss das Fernrohr auf der Montierung sehr fein bewegt
werden können. Hierzu benötigt das Gerät in beiden Achsen eine Kombination aus Schnecke und Schneckenrad. In der Einsteigerklasse gibt es
jedoch genügend Geräte, die damit ausgestattet sind. Beim Billigfernrohr gibt es jedoch wirklich üble Beispiele, mit denen man praktisch nicht beobachten
kann. Der Unterschied zwischen einem billigen und einem günstigen Gerät liegt in der Montierung. Die Montierung muss aus Metall sein.
Man kann es nicht oft genug sagen. Die Montierung ist fast noch wichtiger als die Optik.
Das Fernrohr muss einen 1,25 Zoll Okularauszug besitzen.
Damit ist der Durchmesser des Okularauszugs gemeint, in den das Okular eingesteckt wird. Nur dann können Sie alle handelsüblichen Okulare
verwenden. Beim Billigfernrohr werden vereinzelt noch 0,96 Zoll Auszüge angeboten, bei denen nur die mitgelieferten Okulare verwendet werden
können. Wenn Sie noch nicht wissen, was der Okularauszug oder das Okular ist, wir werden es weiter unten erklären.
An dieser Stelle sei nochmal auf unseren Warnhinweis zur Beobachtung der Sonne hingewiesen !
Nun möchten wir Ihnen kurz die einzelnen Bestandteile eines Teleskops erläutern.
In der rechten Abbildung sehen sie ein sogenanntes Refraktor-Teleskop. Ein Refraktor erzeugt die Vergrößerung mit Hilfe von Linsen.
Der Tubus ist das eigentliche Fernrohr. Das vorne einfallende Licht wird von den Linsen des Objektivs im Brennpunkt gebündelt. Das im Brennpunkt gebündelte Licht wird dann mit dem Okular vergrößert, sodass man es hinter dem Okular betrachten kann.
Der Okularauszug dient zur Aufnahme des Okulars. Er besteht aus einem festen und einem beweglichen Teil. In den beweglichen Teil wird das Okular eingesetzt und mit Hilfe einer kleinen Schraube befestigt. Der bewegliche Teil kann mit zwei Rädchen links und rechts, hinein und heraus bewegt werden. Damit wird die Schärfe des Bildes im Okular eingestellt. Daher können die meisten Brillenträger ohne Brille beobachten.
Das Okular vergrößert das im Brennpunkt entstehende Bild des Fernrohrs. Je nach Brennweite des Okulars wird das
beobachtete Objekt größer oder kleiner dargestellt. Die Vergrößerung errechnet sich aus der Brennweite des Fernrohres und
des Okulars nach der Formel:.![]()
Also z.B.:
800mm / 20mm = 40 fache Vergrößerung
Das Sucherfernrohr, genannt "Sucher", dient zum leichteren Auffinden eines Objekts am Himmel. Es hat eine geringe Vergrößerung und zeigt daher einen größeren Ausschnitt des Himmels. Wichtig ist hierbei die einigermaßen genaue, parallele Ausrichtung des Suchers mit dem Hauptfernrohr. Hierzu stellt man im Hauptfernrohr zuerst einen großen Stern ein und justiert den Sucher dann mit mehreren Schräubchen, die sich an der Sucherhalterung befinden, bis derselbe Stern im Zentrum des Suchers zu sehen ist.
Die Montierung dient zum exakten Ausrichten des Fernrohrs auf das zu beobachtende Objekt. Im Bild ist eine sogenannte "parallaktische" Montierung dargestellt, die generell zu empfehlen ist. Die Bewegung des Sternhimmels entsteht durch die Rotation der Erde um ihre Achse. Da eine der Achsen der Montierung parallel zur Erdachse ausgerichtet wird, kann durch Drehen des Fernrohrs um genau diese Achse die Bewegung des Sternhimmels ausgeglichen werden.
Das Gegengewicht muss auf seiner Gegengewichtsstange so verschoben werden, dass sich das Fernrohr bei gelösten Befestigungsschrauben nicht von allein bewegt. Außerdem werden bei der Feinbewegung des Fernrohrs die mechanischen Teile entlastet.
Das Stativ ist höhenverstellbar, wodurch eine bequeme Beobachtungsposition eingenommen werden kann.
Die Okularablage, dient zum Einen, Sie werden es nicht glauben, zur Ablage der Okulare, aber auch zur Stabilisierung der Stativbeine.